Du bist, was du isst….

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Du bist, was du isst!

Ich kannte den Spruch "Du bist, was du isst" aus meiner schon einige Jahre zurück liegenden Ayurveda Ausbildung. In der ayurvedischen Medizin wird eine gute Ernährung als Basis der Gesundheit angesehen.

Mal vorneweg:

Es gibt viel zu lesen, zu hören und zu sehen über richtige und falsche Ernährungsformen, Ernährungstrends, Veganismus, Vegetarismus und Nahrungsergänzungsmittel. Oft ist sehr verwirrend, selbst für uns ÄrztInnen. Manchmal werden wir richtiggehend überrollt von dieser Informationsflut. Was ist richtig, was ist falsch?

Einiges, was vor 10 Jahren als gut galt, ist es heute nicht mehr. Wer weiß schon, was in 10 Jahren über derzeit aktuelle Ernährungstrends gesagt wird?

Kaum ein Thema ist so emotional besetzt. So spielen neben dem gesundheitlichen Aspekt und dem Genuss  zunehmend ethische Beweggründe eine Rolle beim Essverhalten.

Manche Menschen scheinen auch ihr persönliches Ernährungsverhalten zu einer Mission erhoben zu haben, mit der sie glauben, andere beglücken zu müssen. 🙄

Und natürlich gibt es auch diejenigen, die irgendwas essen, ohne lange darüber nachzudenken.

So habe ich also  ein paar Tipps zum Thema "Du bist, was du isst" zusammengestellt. Sie haben keinerlei Anspruch auf allgemeine Gültigkeit und Vollständigkeit und sind eine Mischung aus ayurvedischem Wissen, moderner Ernährungswissenschaft und meiner Erfahrung.

Nummer 1: es ist für viele Menschen bekömmlich, regelmäßige Mahlzeiten einzunehmen

Dies konnte ich jedenfalls  in meiner Praxis beobachten. Je nach Typ und Alter sind das im Durchschnitt 2 oder 5 Speisen am Tag.

Offensichtlich ist es für den Verdauungstrakt hilfreich zu wissen, wann er zu arbeiten hat. 😉 Es hat sich auch gezeigt, dass Menschen, die jahrelang kein natürliches Hungergefühl mehr kannten, durch regelmäßiges Essen wieder ein solches entwickeln konnten. - Also Konditionierung und Rhythmus tut beim Essen gut.

Nummer 2: zwischen den Mahlzeiten möglichst nichts essen, sondern nur Wasser oder Tee trinken

Der Verdauungstrakt hat sich nach getaner Arbeit eine Pause verdient, bzw. ist es schlicht und einfach ungesund, im Magen ständig die Magensäure-Produktion anzuregen, inklusive sonstiger Verdauungsenzyme. Dies kann zu vielen Beschwerden führen, wie Sodbrennen und Blähungen.

Nummer 3: während der Mahlzeiten idealerweise wenig trinken

Wenn wir eine Mahlzeit zu uns nehmen, ist es sinnvoll den Magen mit Essen und nicht mit kalten (das ist besonders schlecht) Getränken zu befüllen. Dadurch werden sämtliche Verdauungsenzyme verdünnt und können ihre Wirkung nicht so gut entfalten.

Nummer 4: frisch Gekochtes ist offensichtlich besser als Convenience Food, außerdem weiß man/frau was drin ist

Ich muss gestehen, bei diesem Thema werde sogar ich fast zur Fanatikerin..... Alle, die sich mal im Detail durchgelesen haben, was in Fertigprodukten so drinnen ist, die wissen wovon ich spreche. Da könnte einem durchaus der Appetit vergehen. Selbst kochen geht einfacher und schneller, als viele glauben und hat einen durchaus meditativen Charakter. Wenn gar keine Zeit dafür da ist, so gibt es immer mehr Shops und Bars, die gutes frisch gekochtes Essen anbieten.

Nummer 5: frische Kräuter und (verdauungsfördernde) Gewürze sind jedenfalls zuträglich

Durch meine Ayurveda-Ausbildung habe ich begonnen, mich vermehrt mit diesem Thema zu beschäftigen: (Kreuz)-kümmel, Pfeffer, Kurkuma, Zimt, Ingwer und Kardamom gehören zu meinem fixen Repertoire, wie Rosmarin, Basilikum, Thymian in den wärmeren Monaten.  Es gibt natürlich vieles mehr und jede/r entwickelt da so ihre/seine Vorlieben. Auch in unseren heimischen Kochrezepten werden viel mehr Gewürzen verwendet, als die meisten glauben.

Nummer 6: die Verdauung beginnt im Mund

Deshalb es wichtig und sinnvoll langsam zu essen und gut zu kauen. Einerseits können die Verdauungsenzyme im Mund ihre Aufgabe besser wahrnehmen, andererseits hören wir früher auf zu essen. Das Gehirn erhält nämlich viel eher das Signal des Satt-Seins, als wenn wir schlingen. 🙂 - Eine der einfachsten Methoden des Abnehmens, die ganz besonders bei der bekannten F.X.Mayr-Kur zelebriert wird.

Nummer 7: essen sollte prinzipiell in guter Gesellschaft, möglichst entspannter Atmosphäre und mit Genuss stattfinden

Alles andere dürfte laut Studien und meiner Erfahrung nach 😆 nicht sehr bekömmlich sein. Wer sich selbst liebt, sollte all dies möglichst oft befolgen!

Nummer 8: gewisse Vitamine müssen dem Körper zugeführt werden.

Vitamin D ist ein Vitamin, das der Körper vornehmlich durch direkte Sonneneinstrahlung produziert. In unseren Breiten ist dies nur im Sommer ausreichend möglich und wenn kein Sonnenschutz aufgetragen wurde. Da reicht dann aber eine halbe Stunde um 10.000 I.E. Vitamin D3 zu produzieren. Über die Nahrung können die notwendigen Mengen nicht aufgenommen werden, weshalb dieses wichtige Vitamin extra zugeführt werden muss.

Nummer 9: anderes wie Vitamin C, Zink oder Magnesium wird in Zeiten von Stress oder zur Stärkung der Immunabwehr vermehrt benötigt

Vitaminsubstitution sollte jedenfalls mit jemandem durchgeführt werden, der/die sich damit auskennt. Auch entsprechende Laborkontrollen sind hilfreich und wichtig. Erfreulicherweise haben wir Zugang zu moderner Diagnostik, die sollten wir bei Bedarf auch nutzen. 😆

Nummer 10: es ist absolut essenziell auf die Qualität der Lebensmittel zu achten

Gute, biologische Nahrungsmittel kosten mehr, keine Frage. Jedoch sollten wir uns immer bewusst machen:  Du bist, was du isst und der Körper und in weiterer Folge auch Geist und Psyche danken es uns jedenfalls, wenn sie von uns gut "gefüttert" werden!

Nummer 11: auf die Menge kommt es an

Von Kasteiung und übermäßigem Verzicht halte ich persönlich wenig, da dies in vielen Fällen in nicht mehr kontrollierbare Heißhunger-Attacken umschlägt. Gezieltes Fasten für eine begrenzte Zeit ist jedoch sehr sinnvoll. Es entlastet unser Verdauungssystem und der Körper hat Zeit für notwendige Reparaturarbeiten. (Zu diesem Thema wird derzeit viel geforscht.)

Nummer 12: Gemüse ist gesund, Hülsenfrüchte auch :lol:, genau so wie Kohlenhydrate (vor allem Vollkorn) vom Körper benötigt werden und auch (gute) Fette

Deshalb sollten bei Nicht-VegetarierInnen das Augenmerk darauf gerichtet sein, davon immer deutlich mehr zu verzehren als Fleisch und Fisch.

 

Es ist nun doch einiges zusammenkommen, deshalb höre ich jetzt auf. 😛 😛 😛 Wer gerne eine individuelle Ernährungsberatung machen möchte, ist in meiner Ordination herzlich willkommen!

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1 Comment

  1. Veröffentlich von Gabriele Zlabinger am Januar 22, 2020 um 12:34 pm

    🙂

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